Welpenkauf
10 Warnsignale beim Welpenkauf, die Sie nicht ignorieren dürfen
8 min · zuletzt aktualisiert 2.9.2026
Illegaler Welpenhandel funktioniert, weil er Nähe simuliert und Zeitdruck erzeugt. Wer die typischen Muster kennt, erkennt sie schon im ersten Telefonat – lange bevor Geld fließt.
Sie dürfen die Mutterhündin nicht sehen
Das stärkste Warnsignal überhaupt. Ausreden wie „die Hündin ist beim Tierarzt“, „sie ist gerade beim Deckrüden“ oder „sie verträgt keinen Besuch“ sind Standardsätze im Welpenhandel.
Eine seriöse Zucht zeigt Ihnen Mutter und Wurf gemeinsam im gewohnten Umfeld – entspannt, ohne Zeitdruck und ohne dass der Wurf vorher „hergerichtet“ wurde.
Übergabe unterwegs statt zu Hause
Parkplatz, Raststätte, Bahnhofsvorplatz, Flughafenschalter: Wer den Welpen zu Ihnen bringt, statt Sie einzuladen, verhindert, dass Sie Herkunft und Aufzucht prüfen können.
Ausnahme ist allein der zertifizierte Tiertransport, der nach einem vorherigen persönlichen Kennenlernen und auf ausdrücklichen Wunsch der Familie fährt.
Mehrere Rassen, ständige Verfügbarkeit
Wer gleichzeitig fünf Rassen und jederzeit Welpen anbietet, züchtet nicht – er handelt. Eine Familienzucht plant ein bis zwei Würfe im Jahr und hat regelmäßig gar nichts abzugeben.
Prüfen Sie auch, ob dieselben Fotos in mehreren Anzeigen oder auf anderen Websites auftauchen.
Druck, Anzahlung und ungewöhnliche Zahlungswege
„Zwei andere Familien warten schon“ ist ein Verkaufsinstrument. Seriöse Zuchten geben Ihnen Bedenkzeit und drängen niemals zur sofortigen Zahlung.
Verlangt jemand Geld per Gutscheincode, Kryptowährung, Western Union oder PayPal-Freundschaftszahlung, brechen Sie den Kontakt ab. Zulässig sind eine nachvollziehbare Banküberweisung gegen schriftlichen Reservierungsvertrag und die Zahlung des Restbetrags bei der Übergabe.
Papiere fehlen, sind unvollständig oder fremdsprachig
Der EU-Heimtierausweis muss die Chipnummer des Welpen, eingetragene Impfungen mit Chargenaufkleber und die Praxis des ausstellenden Tierarztes enthalten.
Ein Ausweis aus dem osteuropäischen Ausland bei einem angeblich deutschen Wurf, ein zu frühes Tollwut-Impfdatum oder eine Chipnummer, die nicht zum Tier passt, sind harte Ausschlusskriterien.
Zu jung, zu billig, zu perfekt
Unter acht Wochen ist die Abgabe in Deutschland verboten; wir geben frühestens ab zehn Wochen ab. Angebote „ab 6 Wochen, sofort abholbar“ sind illegal.
Preise deutlich unter dem Marktniveau decken weder Gesundheitstests noch Aufzucht. Und Formulierungen wie „immer gesund, nie krank, garantiert ohne Erbfehler“ sind Marketing, keine Medizin.
Häufige Fragen
Was tun, wenn ich bereits einen Welpen aus dubioser Quelle habe?
Fahren Sie umgehend zum Tierarzt, auch ohne sichtbare Symptome, und melden Sie den Verkäufer dem zuständigen Veterinäramt. Beides hilft Ihrem Hund und verhindert weitere Fälle.
Ist ein günstiger Preis immer ein schlechtes Zeichen?
Nicht zwingend, aber er muss erklärbar sein. Fragen Sie nach Gesundheitstests, Tierarztkosten und Zuchtverband – wenn dort nichts investiert wurde, zahlen Sie später drauf.